Heizen & Lüften - Energie sparen ohne Schimmelbildung

In Zeiten hoher Energiekosten und guter Dämmung werden in vielen Wohnungen  im Winter unangenehme "Gäste" wie Stockflecken oder Schimmel beobachtet - die Wohlbefinden und  Gesundheit der Bewohner beeinträchtigen. Zudem führen sie zu Schäden an der Bausubstanz. An  Außenwänden, vornehmlich von Badezimmern, Küchen und Schlafzimmern, vielfach auch hinter größeren Möbelstücken oder Bildern, entstehen feuchte Stellen. Stockflecken und Schimmel breiten sich aus, Tapeten lösen sich ab und in den Räumen entsteht Modergeruch.

 

Die erste Vermutung, dass es sich um von außen eindringendes Wasser handelt, ist zumeist falsch. Diese Feuchtigkeit kommt von innen.

 

Zum besseren Verständnis daher erst einmal etwas Bauphysik: Luft bindet gern Wasser (sie ist, so der Fachbegriff, "hygroskopisch"). Jede Luft enthält üblicherweise also eine mehr oder weniger große Menge Wasser in Form von Wasserdampf. Ob dieser Dampf - wie bei Wolken und Nebel - sichtbar ist oder unsichtbar, hängt von Druck und Temperatur der Luft ab.

 

Doch die Fähigkeit der Luft zur Aufnahme von dampfförmigem Wasser ist begrenzt.

Diese Grenze ist keineswegs starr, sondern im wesentlichen abhängig von der Lufttemperatur. So kann ein Kubikmeter Luft bei 0 °C höchstens 5 g Wasser aufnehmen; bei 20 °C sind es schon 17 g und bei 30 °C satte 30 g Wasser.

 

Wird in der Wohnung mit Feuchtigkeit angereicherte Luft abgekühlt, kann die Temperatur unterschritten werden, bei der die Luft den unsichtbaren Dampf nicht mehr festhält, sondern Teile davon als Wasser ausscheidet. Das beginnt am ehesten, wo die Abkühlung der Luft am weitesten fortgeschritten ist, d. h. an den kältesten Flächen im Raum.

 

Meist stellen die Außenwände die kältesten Flächen im Raum. Also wird sich auf ihnen zwangsläufig Wasser niederschlagen, wenn die Feuchtigkeit der Luft im Verhältnis zu deren Temperatur zu hoch oder die Lufttemperatur im Verhältnis zum Wasserdampfgehalt der Luft zu niedrig ist.

 

Wir Menschen können Schwankungen der Temperatur wesentlich feinfühliger wahrnehmen, als Änderungen der Luftfeuchtigkeit. Wir machen uns daher selten klar, wie groß die Wassermengen sind, die bei völlig normaler Nutzung in einer Wohnung freigesetzt und von der Luft aufgenommen werden.

 

Allein im Schlaf wird pro Nacht und Person über Haut und Atemluft etwa 0,5 Liter abgegeben.

 

Zudem wird die Aufnahmefähigkeit der Luft beim Kochen, Geschirrspülen, Baden, Duschen, Waschen, Wäschetrocknen in Anspruch genommen. Zimmerpflanzen verdunsten ihr Gießwasser und an den Heizkörpern hängen Wasserbehälter. All dieses dampfförmige Wasser muß durch ausreichenden Luftaustausch regelmäßig aus der Wohnung abgeführt werden.

 

Warum die geschilderten Schwierigkeiten früher viel seltener auftraten, ist leicht erklärt. Früher hatten wir niedrige Energiekosten und haben mehr geheizt -  wodurch die Luft mehr Wasserdampf aufnehmen konnte. Länger offenstehende oder gekippte Fenster ermöglichten den ständigen Austausch feuchter Raumluft gegen trockenere Frischluft. Selbst bei geschlossenen Fenstern sorgten durchlässige Ritzen und Wind für einen spürbaren Luftwechsel. War die Raumluft trotzdem mit Wasser überlastet, so schied sie es an den einfach verglasten und somit kälteren Fensterscheiben ab, von wo es - wenn sich keine Eisblumen bildeten - durch kleine Rahmen-Löcher nach draußen abfloss.

 

Heute haben hohe Heizkosten und der verstärkte Antrieb zur Energieeinsparung dazu geführt, dass die Fenster meist mit Isolierglas versehen wurden, dessen innere Oberfläche oft die Temperatur der Außenwände übersteigt. Die Fugen haben festschließende Dichtungen. Gelüftet wird häufig nur ungenügend und die Beheizung örtlich und zeitlich soweit eingeschränkt, wie es die Bewohner gerade noch ertragen können.

 

Dabei wird gern übersehen, dass die vermeintliche Energieeinsparung in Wirklichkeit eine Energieverschwendung sein kann. Lange bevor Schäden sichtbar werden, wird der in die Wand eingedrungene Wasserdampf in den weiter außen liegenden und damit kälteren Schich­ten zu Wasser kondensieren, das die vielen sonst mit Luft gefüllten Poren füllt. Eine innerlich derart durchfeuchtete Wand leitet aber die teuer erzeugte Heizwärme bis zu 30 mal schneller nach außen als eine trockene. Dieser Nachteil wird durch niedrigere Raumtemperaturen nicht annähernd ausgeglichen.

 

Die Bemühungen zur Energieeinsparung dürfen also, so wichtig sie sind, nicht so weit getrieben werden, dass Bauschäden entstehen.

 

Was also tun?

 

  1. Heizen Sie auch Räume ausreichend, die Sie nicht ständig benutzen oder in denen Sie es gerne etwas kühler haben 
  2. Die Temperatur der inneren Oberflächen von Außenwänden sollte 14 °C nie unterschreiten. Dies ist dann leichter sicherzustellen, wenn Möbelstücke, besonders sol­che auf geschlossenem Sockel, nicht zu dicht an der Wand stehen. Ein Abstand von über 10 cm ermöglicht erst die notwendige Zirkulation der Raumluft - doch Achtung: Das kann - nach aktueller Rechtslage - kein Vermieter von seinem Mieter "verlangen"
  3. Die Wärmeabgabe von Heizkörpern nicht durch Verkleidungen oder lange Vorhänge behindern
  4. Die Türen zu weniger beheizten Räumen nach Möglichkeit geschlossen halten. Anderenfalls dringt mit der wärmeren Luft aus Nebenräumen zu viel Feuchtigkeit ein
  5. Größere Blattpflanzen besser in vollbeheizten Räumen unterbringen
  6. Heizkörperverdunster oder Luftbefeuchter abschaffen. Ihre Wirkung war schon früher Einbildung und ist heute sogar schädlich
  7. Widmen Sie der Raumlüftung besondere Aufmerksamkeit und lüften Sie mehrfach am Tag für kurze Zeit. Je kälter, je kürzer - zwei Minuten können schon viel bewirken. Worauf es ankommt ist, den Heizwärme-Verlust bei ausreichendem Luftwechsel gering zu halten. Dies ge­lingt am besten, wenn durch geeignetes Vorgehen der vollständige Luftaustausch möglichst schnell erfolgt. Öffnen Sie deshalb alle Fenster und Türen gleichzeitig weit. Schaffen Sie nach Möglichkeit Durchzug. Nach fünf, allenfalls 10 Minuten, haben Sie dann die ver­brauchte, feuchte Raumluft durch trockene Frischluft ersetzt, die nach ihrer anschließenden Erwärmung wieder viel Wasserdampf aufnehmen kann. Die in den Wänden und Einrichtungsgegenständen gespeicherten, viel größeren Wärmemengen bleiben im Raum und tragen dazu bei, die Frischluft  schnell wieder auf die gewünschte Temperatur zu bringen
  8. Jede Dauerlüftung durch spaltbreites Offenhalten oder Ankippen von Fensterflügeln kostet unverhältnismäßig mehr Energie und sollte daher während der Heizperiode unterbleiben
  9. Ein einmaliges, gegebenenfalls etwas längeres tägliches Lüften genügt heute nicht mehr. Je nach Nutzung muss die geschilderte „Stoßlüftung” bis zu dreimal wiederholt werden
  10. Soweit Ihre Heizkörper noch mit konventionellen Ventilen ausgestattet sind, sollten diese für die Zeit des Lüftens geschlossen werden
  11. Bei Thermostatventilen ist dies nicht durchführbar. In diesem Fall ist es sinnvoller, den im Regelkopf befindlichen Fühler durch ein auf das Ventil gelegtes Tuch über die niedrige Temperatur der einströ­menden Frischluft zu täuschen. Andernfalls würde, insbesondere bei Außentemperaturen unter etwa 5 °C, der eingebaute Frostschutz das Ventil sofort automatisch öffnen.
  12. Ratsam ist schließlich, die beispielsweise beim Duschen oder Kochen in verhältnismäßig kurzer Zeitspanne freigesetzten großen Wasserdampfmengen sofort nach außen abzuleiten

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